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Rede der Bürgermeisterin zum Volkstrauertag 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr ist es wieder ein besonderer Volkstrauertrag, ein Tag mit vielen Emotionen und es rücken wieder schreckliche Erinnerungen in den Mittelpunkt. Für mich ein Grund um wieder einmal tiefer in unsere Geschichte einzusteigen:

Am 11. November 1918 endet für das Deutsche Kaiserreich der Erste Weltkrieg. Also vor sehr genau 100 Jahren endete ein Krieg, Sendungen, Berichte, sehr eindrucksvolle und schockierende Bilder und Hintergründe begleiten uns, gerade in diesem Jahr.

Die Bilanz der Katastrophe waren etwa 8,5 Millionen Tote und mehr als 21 Millionen Verwundete. Als Ergebnis des Waffenstillstands und des 1919 folgenden Versailler Friedensvertrages.

1919 wurde in der Weimarer Republik vorgeschlagen, zum Gedenken an die im ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten, einen Volkstrauertag einzuführen. Infolgedessen fand der erste Volkstrauertag am 26. Februar 1926 statt, wurde jedoch nicht zum gesetzlichen Feiertag erklärt. 1934 wurde er im Zuge der nationalsozialistischen Diktatur in den Heldengedenktag umbenannt. Die toten Soldaten des ersten Weltkrieges waren sicher noch nicht vergessen, da bahnte sich die nächste Katastrophe an. Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den größten militärischen Konflikt in der Geschichte der Menschheit dar.

Allerdings dürfen wir den zweiten Weltkrieg nicht nur Militärisch sehen. Die Verfolgung und Ermordung von Menschen, die anders dachten, anders glaubten, krank waren oder eben einfach nur nicht so waren, wie der Deutsche ansich gewollt war, gibt diesem Krieg nochmal einen ganz anderen unmenschlichen Zug. Die Novemberpogrome 1938 waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

In dieser Nacht wurden, wie man unseren Geschichtsbüchern entnehmen kann, etwa 400 Juden ermordet, weitere 400 kamen in den Folgetagen ums Leben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Auch in Seligenstadt, also in unserer Sichtweite, stiegen Flammen auf.

Das alles endete dann 1945 und nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Tradition des Volkstrauertags in den westlichen Besatzungszonen ihre ursprüngliche Form zurück. Und seit 1952 wird der Gedenktag in der Bundesrepublik jedes Jahr im November, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, begangen.

Heute ist es wieder soweit, wir stehen hier und Gedenken den Opfern aller Kriege. Und meine Damen und Herren, es sind viele Opfer und viele Kriege, die diese Welt schon erlebt hat. Die Liste der Kriege ist lang, allein nach dem zweiten Weltkrieg wurden 89 Kriege geführt. Dazu gehören der Griechische Bürgerkrieg, Palästina-, Korea- und Algerienkrieg, der Bürgerkrieg im Baskenland, die Jugoslawien- und die Golfkriege und und und …

Im Internet finden wir Zahlen, die kaum fassbar sind:

Weltweit starben mindestens 25 Millionen Menschen nach dem zweiten Weltkrieg – durch Kriege. Allein im 20. Jahrhundert fanden ca. 100 bis 185 Millionen Menschen den Tot durch Kriege. In diesen Zahlen finden sich die zivilen Opfer durch Infektionskrankheiten, Hungersnöte, Kriegsverbrechen und Völkermorde ebenso wieder, wie die in Schlachten getöteten Soldaten.

Damit muss es aufhören.

Sofort, Jetzt …

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